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# Herausforderungen und Risiken im Büro 4.0 (Teil 4)

Lebensqualität erkennen, benennen und gestalten
Herausgegeben von in Arbeitswelt 4.0 ·


Übersicht

  • 4.1 Physiologische Herausforderungen
  • 4.2 Die psychologischen Herausforderungen
  • 4.3 Organisatorische Herausforderungen

Die Herausforderungen im Büro können in 2 wichtige Risikogruppen und deren gegenseitige Beeinflussung eingeteilt werden:
1. die physiologischen Risiken,
2. die psychologischen Risiken.

Wichtig: Es besteht ein Regulationsmechanismus des Muskeltonus, d.h. sowohl der physiologische als auch der psychologische Reiz erhöht den Muskeltonus und führt zur Funktionseinschränkung bzw. Schmerz. Es besteht eine Beziehung zwischen Nervensystem, Psyche und Muskulatur.

4.1 Physiologische Herausforderungen
Wir sind mobiler und flexibler bei der Arbeit, doch die Arbeit wird dadurch nicht automatisch sicherer und gesünder. Die folgenden physiologischen Gesetzmäßigkeiten des Menschen sind zu beachten:
1. Bewegung: Meist wird die Arbeit sitzend verbracht, der Bewegungsmangel durch den sedimentären Lebensstil stellt eine weiterhin entscheidende Herausforderung dar.
2. Ernährung: Der Treibstoff für Körper, Geist und Seele kommt noch oft zu kurz im betrieblichen Kontext. Trotz der Diskussion über vegane und gesunde Ernährung liegt der Fokus in der breiten Bevölkerung mehr auf schnellem Abnehmen mit schädlichen Mangeldiäten statt auf einer nachhaltigen gesunden Ernährung.
3. Entspannung: Der Mensch ist nicht für Daueralarm und ständige Erreichbarkeit geschaffen. Die Pause in ihrer Wirkung auf Stressreduktion und Leistungsfähigkeit wird stark unterschätzt.
In jedem der Bereiche gibt es wissenschaftlich fundierte Lösungen.
Im Bereich Bewegung sind das für den Arbeitsplatz im Büro, am Telearbeitsplatz und den Arbeitsweg, z. B.:
                •   dynamische Sitzkonzepte,
                •   Sitz-Steh- oder Steh-Sitz-Lösungen,
                •   Business-Fahrrad,
                •   Software, die alle Bewegungsaktivitäten mit den o. g. Verhältnissen protokolliert und weitere Tipps gibt.
Im Bereich der Ernährung z. B.:
                •   neue Frühstücks-, Pausen- und Besprechungsangebote,
                •   neue Cafeteria und Kantinenkonzepte,
                •   digitales Ernährungscoaching.
Im Bereich der Entspannung z. B.:
                •   digitale Produkte zur Entspannung, die auch kostenfrei von Krankenkassen angeboten werden,
                •   Softwaretools, die anhand des Nutzungsverhaltens gezielt zur Pause anleiten,
                •   Pausenräume zum Powernapping, den 20-minütigen Kurzschlaf oder audiovisuelle Entspannungssysteme.
Digitale Vernetzung und die Messbarkeit machen das Verhalten nachvollziehbar und können über Erinnerung oder Lob die Motivation steigern und so zu einer nachhaltigen dauerhaften Verhaltensveränderung beitragen.

4.2 Die psychologischen Herausforderungen
Büroarbeit ist keine belastungsfreie Zone. Es sind die psychischen Anforderungen durch Stress und Zeitdruck, Informationsüberflutung und ständige Erreichbarkeit oder mangelnde Anerkennung, die die Spitzenreiter des heutigen Belastungsgeschehens sind. Der "ausgebrannte" Mensch, der sich einer Art Kommunikations-Overkill ausgesetzt sieht, immer kreativ und positiv sein muss und sich perfekt vermarkten und managen soll, könnte Prototyp für die negativen gesundheitlichen Folgen der modernen Arbeits- und Lebenswelt sein. Die ständige Erreichbarkeit und die E-Mail-Flut werden bereits als wichtige Stressoren der digitalen Welt erkannt.
Zu diesem Stress kommt die Angst um den Arbeitsplatz oder die Arbeitsfähigkeit an sich. Dies trifft viele bisher sicher geglaubte Jobs, die im digital automatisierbaren Sachbearbeitungsbereich liegen. Viele Routine-Prozesse werden digital abgebildet und vom Rechner erledigt. Einerseits wünscht sich jeder, wichtige Behördengänge wie die Bankgeschäfte online abzuwickeln, doch wo bleiben dann die Mitarbeiter im Rathaus oder der Krankenkasse? Die größte gesellschaftliche Herausforderung besteht in der Weiterbeschäftigung der freigesetzten Personen, die sicher nur durch eine gezielte breitere Aus- und Weiterbildung zu leisten ist.
Laut Zukunftsforscher Dr. Ian Person wird das Thema der Zukunft "Augmented Reality" sein – die Verschmelzung der realen Umgebung mit der virtuellen Welt. Im Auto wird z. B. das Nachtsichtdisplay älteren Fahrern eine helle Straße auf die Windschutzscheibe werfen.

4.3 Organisatorische Herausforderungen
Der Weg zur Büroarbeit 4.0 ist eine interdisziplinäre Querschnittsaufgabe aus vielen relevanten Feldern – die von der Industrie über die Planung und Beratung, bis hin zu Anwendern, regelsetzenden Institutionen und den Sozialverbänden alle wesentliche Player im Themenfeld "Gute Arbeit im Büro" umfasst.
Belastungen abzubauen und Wohlbefinden zu fördern, bleibt aber auch für die Büroarbeit 4.0 auf der Tagesordnung. Moderne Prävention umfasst heute alle Facetten arbeitsgestalterischer Optimierung, einschließlich der Förderung einer Präventionskultur, guter Führung und sozialer Unterstützung, dem Aufbau von "Resilienz" bis hin zur Einbeziehung aller zentralen Aspekte der Verschiedenartigkeit (Diversity) der Beschäftigten.
Dabei gilt es, zentrale Fragen zu stellen und Antworten zu finden:
                •   Wie laufen zukünftig reale Umgebungen und digitale Räume zusammen?
                •   Wie funktioniert das kollaborative Arbeiten im Verbund Mensch-Computer?
Die Antworten werden die logischen Widersprüche und die Unvereinbarkeit der Begriffe leisten müssen.
                •   Individualität versus Standard?
                •   Freiheit versus Sicherheit?
                •   Information versus Wissen?
                •   Arbeitszeit versus Familie?
Tipp: Erfahren Sie aus der Praxis von innovativen Firmen, wie Mitarbeiter in neuen, offenen Bürowelten mitgenommen werden um die Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren. Infos und Anmeldung hier.


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