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# Büro 4.0 – Wohin geht das Büro - mein Beitrag im Haufe Arbeitsschutz Office (Teil 1)

Lebensqualität erkennen, benennen und gestalten
Herausgegeben von in Arbeitswelt 4.0 ·


Überblick
Dieser Beitrag beschreibt, wie sich die Digitalisierung und Vernetzung im Büro auswirken wird: Welche Chancen und Risiken es gibt, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz selbst die Chancen für seinen Auftrag nutzen kann und wo er präventiv handeln muss, um die damit verbundenen Gefahren bereits an ihrer Quelle zu bekämpfen.

Der Begriff Büro 4.0
Was bedeutet Büro 4.0?

  • Digitalisierung und Vernetzung von Informations- und Kommunikationstechnik zu einem digitalen Workflow (Arbeitsprozess) mit einer Echtzeitfähigkeit im Büro.
  • Instrument für wesentliche Zeit- und Kosteneinsparungen sowie Prozess- und Qualitätsverbesserungen im Büro.
  • Die Arbeit steht digital an jedem Ort zu jeder Zeit und auf jedem Ausgabegerät (Display) zur Verfügung.

Das Büro ist der zentrale Ort der modernen Arbeitswelt. Büroarbeit findet in Zukunft nicht im Büro statt, sondern am Displayarbeitsplatz. Viele klassische Produktionsanforderungen (z. B. Maschineneinrichter) werden durch die "Displayarbeit" zu Eingabe-, Steuerungs- und Überwachungsarbeitsplätzen mit den klassischen ergonomischen Anforderungen an einen Büroarbeitsplatz. Umgekehrt wandelt sich der stationäre, persönlich zugewiesene Bildschirmarbeitsplatz mit Gleitzeit in einen auf Vertrauensarbeitszeit basierenden ergebnisorientierten, durch die Aktivität und den Prozess bestimmten Arbeitsplatz, der sich in einer offenen Bürolandschaft oder mobil an wechselnden Orten befinden kann, aber auch als Telearbeitsplatz ausgestaltet sein kann.

Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt, denn er ist und bleibt der zentrale Leistungs- und Kostenfaktor. Viele klassische Bereiche werden sich in Zukunft nicht nur digital wandeln, sondern durch den digitalen Wandel ganz aufheben. Wie weit die sich neu bildenden Arbeits- und Berufsfelder für alle digital freigesetzten Mitarbeiter eine Chance bedeuten, ist offen – ebenso wie die Möglichkeiten, diese Herausforderung zu meistern.

Die Herausforderung besteht darin, die Chancen aktiv zu nutzen, die Risiken durch eine kontinuierliche Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und die digitale Kompetenz bezüglich Arbeitsplatz, Kommunikation (Führung) und Selbstmanagement zu fördern.
§ 4 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz fordert: "Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen". Die Quelle ist da, wo die Herausforderungen der digitalen Welt im Widerspruch zu den physiologischen und psychologischen Gesetzmäßigkeiten (Lebensprinzipien) des Menschen stehen und sich an dieser Schnittstelle ein Risikopotenzial ergibt. Die Gefahren lauern folgerichtig dort, wo diese Gesetzmäßigkeiten in Beruf und Freizeit missachtet werden.

Das zentrale Instrument des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist die prospektive Gefährdungsbeurteilung, insbesondere die Beurteilung der psychischen Beanspruchung durch den digitalen Wandel. Es geht hier nicht mehr nur um die Belastung, sondern aufgrund der zunehmenden Individualisierung auch um die individuelle Beanspruchung. Anhang Nr. 6 der im November 2016 verabschiedeten neuen Arbeitsstättenverordnung enthält nun Anforderungen zu den jetzt vorhandenen Gegebenheiten bezüglich Büro- und Telearbeitsplatz, aber keine Anforderungen im Hinblick auf die kommenden Herausforderungen und Möglichkeiten der mobilen Arbeit.

Was früher ein fester Bildschirmarbeitsplatz war, ist heute aufgrund der Vernetzung und Digitalisierung ein Displayarbeitsplatz ohne feste Bindung an Ort und Zeit. Neben den psychischen Risiken (z. B. ständige Erreichbarkeit) sind bei mobiler Arbeit aus physiologischer Sicht 2 Dinge kritisch zu betrachten:

  1. Displaygröße mit Licht und Blendung, die je nach Ort und Zeit wechseln;
  2. Sitzende bzw. stehende Körperhaltung, v. a. aber das Arbeiten am Smartphone im Gehen und besonders im Auto. Der Gesetzgeber hat mit der Änderung von § 23 Straßenverkehrsordnung zu Recht die Nutzung von eingebauten oder mobilen digitalen Endgeräten fast vollständig verboten. Ablenkung am Steuer ist die zweithäufigste Unfallursache nach zu schnellem Fahren.

Es bleibt im Ermessen der betrieblichen Beteiligten, wie mit den Herausforderungen und Möglichkeiten des digitalen Wandels, besonders dem mobilen Arbeiten, umzugehen ist:

  • Wie das Unternehmen die Mitarbeiter vor den Risiken mobiler Arbeit schützt.
  • Wie die Führungskraft als Vorbild zum gesunden Nachahmen motiviert.
  • Wie der Mitarbeiter selbst ein sicheres und gesundes Verhalten umsetzt.

Ausblick: Teil 2 trägt den Titel: Nichts ist stetiger als der Wandel – digitale Evolution oder Revolution?
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